Verantwortung
Obwohl ich die Initiative zum Bau der Trommelei ergriffen habe und auch offiziell die Inhaberin bin, betrachte ich sie nicht als „meine Trommelei“. Ich habe diese 432 m² Boden in Weil der Stadt gekauft, weil das im Moment in unserem Rechtssystem so funktioniert. Dabei vergesse ich jedoch nicht die Worte von Chief Seattle: „Wie kann man die Luft besitzen?“ Ich sehe es nun so, dass ich die Verantwortung übernehme, mit diesem Stück Boden und dem Gebäude, das darauf gebaut wurde, etwas Schönes und Sinnvolles zu tun.
Zusammenarbeit
Dabei würde ich mich freuen, wenn auch andere sich von dieser Idee angesprochen fühlen und mithelfen, die Trommelei zu beleben! Leute, die Kurse, Workshops oder sonstige Aktivitäten anbieten möchten, die zu meiner Vision der Trommelei passen, sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Ich strebe eine Zusammenarbeit an, die über die reine Honorarkraft oder Vermietung der Räume hinausgeht.
Vielmehr sollen Verantwortung, Risiko und Entscheidungen gemeinsam getragen werden. In der Zusammenarbeit ist es darum wichtig, die Verhältnismäßigkeit dieser drei Faktoren stets zu überprüfen und in guter Balance zu halten.
Ich strebe auch an, dass die Benutzer der Trommelei sich mit dem Zentrum verbunden fühlen und sich an der Organisation beteiligen können. Wer Ideen hat, kann die einbringen, und dann können wir schauen, was realisiert werden kann.
Finanzierung
Bei meiner Suche, einen Weg zu finden, wie wir als Menschen auf gleichwertiger Basis zusammenleben können, experimentiere ich mit verschiedenen Formen von Geben-und-Nehmen.
Es gibt im Moment drei Formen, in denen Angebote in der Trommelei angenommen werden können:
1. Kurse, Workshops und Instrumente werden gegen einen festgestellten Preis verkauft.
2. Das Mittagessen in der Cantina-Leela wird bedingungslos geschenkt.
3. Die Teilnahme an dem Erzählprojekt wird über Wertermittlung im Nachhinein (WiN) ausgeglichen.
Ausblick
Wie ich schon erwähnte, suche ich stets nach Möglichkeiten, auf einer gleichwertigen Basis mit anderen zusammen zu arbeiten. Das ist ein kontinuierlicher Prozess von suchen und lernen. In Holland bin ich dem Begriff der „Soziokratie” begegnet und versuche nun, diesen Gedanken zu leben. Soziokratie geht davon aus, dass z.B. in einer Firma Entscheidungen auf der Basis von Argumenten gefällt werden und nicht aufgrund von Machtstrukturen. Mein Wunsch ist es, die Trommelei auf Dauer in eine soziokratische Organisation umzuwandeln und das Kapital in einer Stiftung unterzubringen. Dies bedeutet: ich oder die Personen, die in der Trommelei arbeiten, verdienen mit ihrer Arbeit ihr Geld. Das Zentrum gehört aber der Gemeinschaft. Für mich ist es eine große Herausforderung, diesen Weg zu gehen. Deshalb erlaube ich mir, diesem konkreten Ziel in kleinen Schritten entgegen zu gehen. Dies wird ein spannender Weg, der nur dadurch entsteht, indem er gegangen wird. Ich freue mich auf alles und alle, denen ich auf diesem Weg begegnen werde!


